00:00:12: Immer wieder Donnerstags, hallo und willkommen zum Azzertalk Podcast.
00:00:16: Diese Woche zum Thema Kalorliste!
00:00:19: Ich bin Tina, ich bin Apothekerin – und Azzer Talk ist das Rezept.
00:00:23: freie und gut wirksame Format von Azzerta.
00:00:26: Informationen garantiert ohne Nebenwirkungen.
00:00:30: Tipps von Apothekarinnen für ihre Gesundheit Heise Sommer und immer häufigerer Hitzewellen gehören inzwischen zu unserer Realität.
00:00:44: Mit dem Klimawandel nehmen nicht nur die Temperaturen zu, sondern auch die gesundheitlichen Risiken.
00:00:50: Besonders für Menschen mit chronischen Erkrankungen kann extreme Hitze gefährlich werden.
00:00:56: Hitze kann bestehende Beschwerden wie Erkankungen des Herzkreislaufsystems, der Atemwege oder der Nieren verschlimmern und bei bestimmten Medikamenten teils schwerwiegende Nebenwirkungen auslösen.
00:01:08: Nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts stand in den Jahren.
00:01:19: Hinzu kommt, wissenschaftliche Studien legen nahe, dass bestimmte Medikamente die Auswirkungen von Hitze auf den Körper zusätzlich verstärken können.
00:01:29: Was das für die Versorgung von Patientinnen und Patienten bedeutet – und worauf besonders zu achten ist – darum geht es in dieser Folge!
00:01:39: Hohe Temperaturen können den Körper stark belasten und zu gesundheitlichen Problemen führen.
00:01:45: Durch starkes Schwitzen verliert der Körper viel Flüssigkeit Kreislaufbeschwerden, Kopfschmerzen und Erschöpfung führen kann.
00:01:56: Besonders gefährlich sind Hitzekrempfe, Hitzeerschöpfungen und ein Hitzschlag der lebensbetolig sein kann.
00:02:03: Zudem erhöht Hitze das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen und verschlechtert bestehende Erkrankungen.
00:02:10: Besonder gefährdet sind ältere Menschen, Kinder, Schwangere sowie Personen mit chronischen
00:02:16: Erkrankungen.".
00:02:17: Zusätzlich können bestimmte Medikamente hitzebedingte Gesundheitsrisiken verstärken, indem sie beispielsweise die Schweißproduktion, die Hautdurchblutung oder das Durstgefühl beeinflussen.
00:02:30: ausreichendes Trinken, das Meiden der Mittagssitze und das Aufhalten in kühlen Räumen helfen gesundheitliche Risiken zu verringern.
00:02:39: Um die gesundheitlichen Auswirkungen von Hitze zu minimieren braucht es wirksame Schutzmaßnahmen.
00:02:46: International gelten Hitzeaktionspläne Kurz-HAPs als bewährtes Instrument, um Bevölkerung und besonders gefährdete Gruppen besser zu schützen.
00:02:57: Auf Bundesebene existieren in Deutschland bereits mehrere Komponenten die als Grundlage für Hitzeaktionspläne
00:03:04: dienen.".
00:03:05: Hier sind unter anderem das Hitze-Warnsystem des Deutschen Wetterdienst DVD und das kontinuierliche Monitoring der gesundheitlichen Auswirkungen von Hitze durch das Robert Koch-Institut zu nennen.
00:03:17: Wenn die Wochenmitteltemperatur in Deutschland zwanzig Grad übersteigt, veröffentlicht das RKI einen Wochenbericht zur hitzebedingten Mortalität.
00:03:28: Im Bericht von KW XXV Ende Juni XX ist beispielsweise zu lesen dass die bundesweite Wochen-Mitteltemperatur –, und damit oberhalb der Schwelle ab der ein signifikanter hitzebedingter Anstieg der Sterblichkeit zu erwarten ist lag.
00:03:47: Bis einschließlich der Kalenderwoche –, wurden in Deutschland etwa fünftausend einhundertzwanzig hitzebedingte Sterbefälle geschätzt.
00:03:56: Das sind mehr als in den jeweils einzelnen Jahren – bis zum Jahr In den Jahren die geschätzten, hitzebedingten Sterbefälle.
00:04:08: noch einiges darüber.
00:04:10: Vermutlich waren die Hitzeperioden in diesen beiden Jahren besonders ausgeprägt – eine offizielle Hitzewarnung gibt der Deutsche Wetterdienst dann heraus wenn bei unzureichender Nachtabkühlung die gefühlte Temperatur über zwei Tage, zweiunddreißig Grad oder an einem Tag, achtunddreizig Grad beträgt.
00:04:31: Um Gesundheitsfachkräfte beim Umgang mit den gesundheitlichen Folgen von Hitze zu unterstützen, wurden im Forschungsprojekt adaptiert, von dreißig Expertinnen und Experten die Kalor-Liste entwickelt und im Juni-Zweitausendsechsundzehnzig veröffentlicht.
00:04:47: Bis Ende des Jahres soll eine Laienverständliche Version der Liste veröffentlich werden!
00:04:52: Das Projekt wurde vom Universitätsprofessoren Dr.
00:04:55: Beate Müller vom Institut für Euer Gemeinmedizin der Medizinischen Fakultät der Universität zu Köln und der Uniklinik Kölnen geleitet – und gemeinsam mit der medizinischen Hochschule Hannover sowie weiteren Partnern umgesetzt.
00:05:10: Der Name Kalor stammt aus dem lateinischen und bedeutet Hitze oder Wärme.
00:05:16: Ziel der Kalor-Liste ist es, Ärzten Pflegepersonal und Apotheken konkrete Handlungsempfehlungen an die Hand zu geben um für mehr Therapiesicherheit bei der Einnahme von Medikamenten in der Hitze zu sorgen.
00:05:30: Dabei ist die Liste aber nicht rechtlich bindend und der Einzelfall muss immer individuell betrachtet werden.
00:05:36: Die Liste enthält zunächst allgemeine Anpassungshinweise – Gesundheitsfachkräfte sollten Patientinnen sowie deren Angehör über die gesundheitlichen Risiken von Hitze informieren.
00:05:49: Dazu gehört der Hinweis, bei hohen Temperaturen ausreichend zu trinken!
00:05:53: am besten Wasser, Mineralwasser, Brühe, Fruchtsaftschorlen oder elektrolüthaltige Getränke und dabei auf den optimalen Natriumgehalt von Nullkommar fünf bis ein Gramm Natrium pro Liter zu achten.
00:06:07: Außerdem sollte über Hitze empfindliche Medikamente und mögliche Warnzeichen wie Schwindel-, Kopfschmerzen- oder Verwirrtheit aufgeklärt werden.
00:06:17: Zum Schutz vor Hitze wird der Aufenthalt im Schatten oder in kühlen Räumen leichte helle Kleidung das Meiden direkt aus Sonneneinstrahlung sowie der Verzicht von Alkohol empfohlen.
00:06:29: Im Anschluss werden einzelne Medikamentengruppen näher besprochen.
00:06:34: Zu Insulin findet man beispielsweise den Hinweis, dass eine hitzebedingte verstärkte Hautdurchblutung zu schnellerem Anfluten von kurzwirksamen Insulin und dies wiederum zu einer unerwünschten Hypoglycemie führen kann.
00:06:48: Auch ist das Hungergefühl bei Hitze oft reduziert – man isst weniger und braucht folglich nur eine geringere Insulin-Dosis.
00:06:57: Bei Blutdrucksenkern steht ein allgemeiner Hinweis, dass Studien einen saisonalen Zusammenhang zwischen Sommermonaten und niedrigeren Blutdrück beschreiben.
00:07:07: Nimmt man Blutducksänker ein sollte bei Hitzewarnungen regelmäßig selbst der Blut druck gemessen und protokolliert werden um eine mögliche Dosisanpassung mit dem Arzt besprechen zu können.
00:07:20: Der Eintrag zu Diuretika, umgangssprachlich auch Wassertabletten genannt ist relativ lang.
00:07:30: Dehydratation und Elektrolytstörungen führen.
00:07:34: Hierbei werden insbesondere Hyponatriamien beschrieben, wichtig ist hier eine individuelle Beratung zur ausreichenden Flüssigzufuhr!
00:07:44: Nicht jedem Patienten kann eine unbegrenzte Trinkmenge empfohlen werden – die Nierenfunktion muss dabei im Auge behalten werden.
00:07:52: Patienten, die Diuretiker einnehmen, sollten dafür sensibilisiert werden, dass sie sich an ihren Arzt benden sollten wenn ihre Urinausscheidung plötzlich deutlich geringer ist oder Oedeme oder unklare Müdigkeit auftritt.
00:08:07: Interessant sind auch die Hinweise zu transdermalen therapeutischen Systemen TTS, also wirkstoffhaltigen Pflaster wie zum Beispiel Schmerzpflaster oder Nikotin-Pflaster.
00:08:18: Bei hitzebedingt erhöhte Haut durch Blutung kann der Wirkstoff schneller oder vermehrt anfluten – das Pflasta kann doch schwitzen aber auch schlechter halten!
00:08:27: Wichtig ist bei einem TTS grundsätzlich direkte Sonneneinstrahlung oder externe Hitzequellen vermeiden.
00:08:37: Da Hitzeperioden in Zukunft häufiger auftreten werden, ist ein bewusster Umgang mit Arzneimitteln besonders wichtig – bei Fragen zu sicheren Einnahmen ihrer Medikamente an heißen Tagen berät sie ihre Apotheke vor Ort gerne!
00:08:56: Wenn Sie sich für uns oder unsere Fortbildungsvideos interessieren, besuchen sie uns gerne auf azzerta.de oder hören Sie unseren Beitrag – wir sind Azzertalk!
00:09:07: Wir weisen darauf hin, dass dieser Beitrag keinen Ersatz für eine persönliche Beratung bei einem Arzt- oder Apotheker darstellt, das er keine Therapie ersetzt und lediglich der Information dient.
00:09:18: Thematisch erhebt der Beitrag kein Anspruch auf Vollständigkeit.
00:09:23: Vielen Dank fürs Zuhören!
00:09:24: Empfehlen Sie uns gerne weiter und bis zum nächsten Donnerstag.
00:09:28: Bleiben Sie gesund und informiert!